Das ist die traurigste Länderspielpause, die ich je erlebt habe. Auch wenn unsere Nationalelf
heute abend irgendwie gegen den Ball tritt, sind wir alle weiter in Gedanken bei Robert Enke.
Nach der Tragödie von Hannover letzte Woche rief mich ein Knirps aus meiner C-Jugendmannschaft
an und wollte wissen, ob er als Stürmer auch Depressionen kriegen kann.
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Er war noch nicht einmal 18 Jahre alt, da hatte Toni Kroos bereits seine ersten Bundesligaspiele
auf dem Buckel und durfte auch schon im UEFA-Cup ran und erzielte dort in einem Spiel prompt den
Siegtreffer. Auch Auszeichnungen kann der nun 19-Jährige vorweisen; so wurde er beispielsweise zum
besten Spieler bei der U-17 Weltmeisterschaft in Südkorea gewählt oder er erhielt die
Fritz-Walter-Medaille in Gold als Auszeichnung dafür, dass er zum besten Spieler seines Jahrgangs
gewählt wurde.
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Normalerweise werden hier Spiele analysiert, Trainer kritisiert oder Zukunftsprognosen gewagt
– doch all diese Dinge sind nun mehr zweitrangig. Am gestrigen Abend ging eine Nachricht um,
welche die gesamte Bundesliga und auch den internationalen Fußball aufs Schwerste schockte.
Es war 18.
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Energies glanzloser Sieg gegen 1860 passte so gar nicht zu den Feierlichkeiten um den Jahrestag
des Mauerfalls. In einem Spiel zum Vergessen fuhr Cottbus mit viel Aufwand und etwas Glück drei
wichtige Punkte ein.
Trotzdem scheint es inzwischen unvorstellbar, dass die meisten unserer Kicker tatsächlich
irgendwann mal Erstligafußball gespielt haben sollen.
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Das Schöne war immer diese Pressekonferenz. Da haben sie erklärt, was wir zahlen müssen -
aber ich habe nie eine Mark gezahlt. Und ich habe meine Gehaltsabrechnung immer sehr genau
angeschaut. Die Strafen waren doch nur für die Öffentlichkeit bestimmt.
Aus der Biografie von Mario Basler über die öffentlichen Strafzahlungen des FC Bayern
München.
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Es gibt Momente im Leben, da wird man plötzlich vom D-Zug überrollt. Später muss man sich
dann eingestehen, dass der Lokführer vorher zur Warnung durchaus ein paar Mal die Pfeife
durchgerissen hatte. Aber irgendwie wollte man einfach nicht hinhören.
Wenn man wie Energie nach elf Spieltagen mickrige zwölf Punkte auf dem Konto hat und noch dazu
der halbe Kader am Stock geht, sollten in der Lausitz so langsam die Alarmglocken läuten.
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Erst wenn man nichts mehr erwartet, bekommt man plötzlich was zurück. Gegen St. Pauli stand
endlich wieder eine Truppe auf dem Rasen, die klar erkennbar was mit Energie Cottbus zu tun
hatte.
„Gewonnen haben wir trotzdem nicht", beschwert sich meine Waltraud. Na und? Am Hamburger
Millerntor muss man schließlich erst mal einen Punkt holen.
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Mit den Jahren wird man ja eigentlich gelassener. Verglichen mit der Zeit, in der ich als
fescher Draufgänger meiner Waltraud nachjagte, lebe ich inzwischen ruhiger als ein
Klosterbuder.
Doch was mich immer wieder auf die Palme bringt, ist diese elende Ungeduld. Meistens ist mir
selbst Lichtgeschwindigkeit weiter viel zu langsam!
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Für den Entscheidungsknaller gegen Russland hatte ich letzten Sonnabend meine
C-Jugendmannschaft zu mir nach Hause eingeladen. Während Waltraud vor dem Spiel noch lecker
Fassbrause und Schnittchen auftischte, lederten die Knirpse schon volles Rohr gegen die deutsche
Nationalelf. Ballack und Klose wären viel zu alt für so ein Endspiel, meinte der vorlaute
Kevin-Justus.
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Gott sei Dank gibt‘s jetzt erstmal Länderspielpause! Da haben wir genug Zeit, Energies Berg-
und Talfahrt der letzten Wochen richtig sacken zu lassen.
„So schwer hab ich's mir in der zweiten Liga eigentlich nicht vorgestellt", stöhnt meine
Waltraud mit Blick auf die Tabelle. An dieser Erkenntnis haben sicher viele Cottbuser Fans zu
knabbern.
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Am Freitag erhielt HSV-Verteidiger Jerome Boateng eine ganz besondere Nachricht: Bundestrainer
Joachim Löw hat ihn für die nächsten Länderspiele gegen Russland am 10. Oktober sowie gegen
Finnland vier Tage später berufen. Tags darauf gewann er noch mit den Hamburgern mit 4:2 gegen Tel
Aviv, am folgenden Tag folgte dann das zweite Erfolgserlebnis innerhalb von nur zwei Tagen.
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"Alles Müller, oder was?" So oder ähnlich konnte man es früher ausdrücken, wenn Gerd
Müller, Bomber der Nation, in Aktion war. Der ehemalige Spieler des FC Bayern München, der
zwischen 1964 und 1979 das Trikot des deutschen Rekordmeisters trug, ist noch immer Rekord-Schütze
in der Nationalmannschaft, erzielte gleich 68 Tore in nur 62 Spielen.
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Ich will gar nicht wissen, was passiert wäre, wenn Energie letzten Freitag nicht gewonnen
hätte. Wahrscheinlich wäre Cottbus dann sowas wie die SPD der zweiten Bundesliga geworden: Ein
führungsloser Hühnerhaufen, der eine Klatsche nach der anderen einsammelt.
Doch zum Glück haben sich unsere Kicker nach der jüngsten Pleitenserie halbwegs gefangen.
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Es gibt eine Szene im Fußball, über die wird im Nachhinein noch lange diskutiert. Dieses
Ereignis entscheidet manchmal über Sieg oder Niederlage, in jedem Fall sorgt sie aber für heftige
Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten nach dem Spiel. Die Rede ist davon, wenn der
Schiedsrichter in einem Bruchteil einer Sekunde in einer kniffligen Situation entscheiden muss, ob
der Ball mit dem vollen Umfang hinter der Torlinie war – oder eben nicht.
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In der Bundesliga ist Homosexualität ja bekanntlich immer noch ein Tabuthema. In der Premier
League sind die Jungs da anscheinend schon ein bisschen weiter. Schauen wir uns doch einfach die
beiden Süßen Garry O'Connor und Keith Fahey vom FC Birmingham beim Torjubel gegen Hull an. Das
ist sooooo süß!
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Der FC Energie erinnert mich im Moment irgendwie an meinen Stammtischkumpel Helmut. Der hat sich
nämlich vor zwei Monaten im Zuge der Abwrackprämie ein neues Auto zugelegt. Stolz wie Oskar holte
Helmut die Karre im Autohaus ab. Und beim ersten Zurückstoßen setzte er den Schlitten dann mit
Volldampf an einen Begrenzungspfeiler.
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Das darf doch wohl nicht wahr sein! Die Energie-Kicker hatten mehr als zwei Wochen Zeit, sich
intensiv aufs Topspiel gegen Karlsruhe vorzubereiten. Und dann kommen sie mit so einer Nullleistung
um Ecke!
Mit der Zeit gewöhnt man sich ja an fast alles. Aber bei Heimniederlagen wie vorgestern reißt
es mich nach wie vor jedes Mal in Stücke.
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Ein einziges spielfreies Wochenende reicht schon aus, um als Energiefan so richtig ins Grübeln
zu kommen. Schließlich findet beim FCE gerade eine echte Kulturrevolution statt.
Claus-Dieter Wollitz hat das Ende des rot-weißen Kampffußballs ausgerufen. Stattdessen soll
die Truppe ab sofort nur noch schnellen Kombinationsfußball präsentieren.
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Es ist schon irre, wie Energies einstige Chancentode Shao und Jula derzeit auftrumpfen. Letzte
Saison hätten beide die Kirsche meist nicht mal im offenen Scheunentor untergebracht!
Das ist natürlich alles reine Kopfsache. Offensivspieler verhalten sich in dieser Hinsicht
genau wie Frauen.
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Es ist mal wieder eine Saison, an deren Ende ein großes Turnier steht. Also kann man mit an
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Christoph Metzelder wieder eine gute
Saison spielt und am Ende in der N11 aufläuft. Metzelder ist ein überdurchschnittlicher
Abwehrspieler sagen die einen, ein überwerteter Spieler sagen die anderen.
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Nach dem zweiten Spieltag haben Waltraud und ich schon mal ganz entspannt ein Fläschchen auf
den FCE geköpft. Denn wer hätte erwartet, dass sich Energie so schnell in Liga zwei
zurechtfindet?
Schließlich ist so ein Abstieg auch immer wie ein Umzug. Vorher hat niemand richtig Lust auf
die elende Plackerei.
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Die Cottbuser Jungprofis Miatke und Bittroff sind pures Balsam für die geschundene Lausitzer
Elternseele. Denn bisher war die regionale Jugend einzig dafür bekannt, sich bei bumm-bumm Musik
die Hucke vollzubechern und dann mit Papas Schlitten um den nächsten Baum zu wickeln.
Was haben Waltraud und ich bei unserer Tochter nicht alles mitgemacht!
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Wie im letzten Jahr hier mein (natürlich sehr subjektiver Tipp für die Abschlusstabelle des
Jahres 2009/2010.
1. Hamburger SV - Das erfahrene Stammpersonal im Mittelfeld wurde gehalten und perfekt mit Ze
Robert verstärkt. Neue Alternativen mit Elia und Castelen sind da. Vorne treffen Petric, Berg und
Guerrero.
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Bis vor kurzem ging's meiner Frau und mir genau wie Rückkehrer Sergiu Radu. Die zweite Liga
wollten wir uns eigentlich nicht noch mal antun. Nach Energies katastrophalen Auftritten in der
Relegation spielten wir sogar mit dem Gedanken zu Springreiten oder Kanupolo zu wechseln.
Und jetzt sind wir doch wieder heiß wie Frittenfett aufs erste Heimspiel gegen Augsburg!
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Der Saisonstart erinnert mich immer an den ersten Schultag nach den großen Ferien. Da linsten
alle schon vor dem Klingeln gespannt durch die Klasse, mit wem sie sich in den nächsten Monaten
denn so rumschlagen müssen.
Altbekannte Klassenkameraden wie Kurth, Sörensen und Rivic hatte sowieso jeder auf der
Rechnung.
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Ich weiß nicht, wann ich mich zum letzten Mal so für eine Cottbuser Mannschaft geschämt habe.
Wenn diese Truppe nur halb so sehr für den Klassenerhalt gebrannt hätte wie ihre Fans, dann
wären wir jetzt noch in der ersten Liga. Energie fand in dieser Relegation ja überhaupt nicht
statt! Am liebsten hätte ich Waltrauds Nagelschere gegriffen und einigen Spieler das
Energie-Emblem eigenhändig aus dem Trikot geschnitten.
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Als vor einem Jahr die Wiedereinführung der Relegation beschlossen wurde, hatte ich schon so
eine komische Vorahnung. Schließlich scheint kein Verein prädestinierter für solche
Entscheidungsschlachten als unser FCE. Sobald der Druck übermenschlich wird und es ums blanke
Überleben geht, erreichen die Cottbuser Kicker erst richtig ihre Betriebstemperatur.
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London, New York oder Hong Kong – es gibt wirklich eine Menge doller Orte auf der Welt. Doch
die mit großem Abstand schönste Stadt des Universums ist seit gestern Hannover mit seinem
großartigen Fußballverein! Mein Erich meint, wenn es für Fairness Europapokalplätze gäbe,
hätte sich Hannover gestern direkt für die Champions League qualifiziert.
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Ohne Männertag würde sich diese Woche wahrscheinlich wie Kaugummi ziehen. Seit der Niederlage
gegen Gladbach habe ich nur noch schlecht geschlafen. Über die Jahre hatte man ja doch ein
gewisses Grundvertrauen entwickelt, dass der FCE solche Finalspiele prinzipiell für sich
entscheidet. Stattdessen ziehen jetzt ständig die Bilder von den Partien auf, in denen Cottbus
wertvolle Punkte verschenkte.
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Als Energiefan muss man im Moment einen Spagat zwischen Enttäuschung und Optimismus hinlegen.
Nach der bitteren Niederlage gegen Gladbach hatten wir uns eigentlich schon mit dem Abstieg
abgefunden. Man kam sich im Stadion der Freundschaft ja wie auf einer riesigen Beerdigung vor. Mein
Erich schüttelt jetzt noch verzweifelt den Kopf, sobald er an den Cottbuser Angsthasenfußball vom
letzten Mittwoch denkt.
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Als Energiefan hat man's eigentlich ganz praktisch. Die Cottbuser Kicker können im DFB-Pokal
rausfliegen wann sie wollen und trotzdem gibt's pünktlich zum Saisonende garantiert ein
waschechtes Finale. Bei der Nervenschlacht gegen Rostock letztes Jahr musste mich Waltraud
zeitweise sogar künstlich beatmen.
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Schade Energie! Nach Ilievs Ausgleichstreffer kurz vor der Halbzeit lag für ein paar Minuten
wieder die Sensation in der Luft. Mein Erich wurde in der Pause so zittrig, dass ich ihm Bier und
Bratwurst abnehmen musste. Wer weiß, was danach passiert wäre, wenn der bärenstarke Rangelov
weiter mitgespielt hätte.
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Alle Wege führen nach Rom, aber für welche dieser beiden Mannschaften der Weg nach Rom führt,
wird heute Abend im Londoner Emirates Stadion entschieden. Beim Halbfinal-Rückspiel der
Champions League zwischen dem FC Arsenal London und Manchester United
sind Emotionen und Hochspannung garantiert.
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Zur nächsten Cottbuser Partie gibt's eigentlich nicht viel zu sagen. Schon beim Gedanken an die
Bayern geht mir die Pumpe wie sonst nur nach drei Mokka oder beim Anblick von Waltrauds bester
Freundin im Sommerkleid.
Heimspiele gegen den Rekordmeister sind für mich nämlich wie die Vorschau aufs jüngste
Gericht.
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Nach Spielende gestern war mein Erich wieder richtig angefressen. Gegen einen direkten
Konkurrenten wie Karlsruhe hatte sich mein Göttergatte viel mehr Entschlossenheit von den
Cottbuser Kickern erwartet.
Doch dafür half Energie gestern endlich das Quäntchen Glück was vorher in so vielen Spielen
fehlte.
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